Tierwald



Kathi wurde 2014 Erste Preisträgerin der globalen Initiative " Hilfe für Engagement"

Das neue Hilfsprojekt von den Notfellnasen Trier findet ihr hier
www.traurige-hundeseelen.de

Tierwald hat bald wieder Geburtstag, wie immer eines jeden Jahres im Januar.
Im Tierwald wohnen keine Menschen. Die Hunde schauen dort mit großen Augen, damit wir sie finden. So ist unser Name entstanden, der im Internet jetzt unter www.traurige-Hundeseelen.de weitergeführt wird. Für viele von uns liegt nun schon eine kleine Lebensleistung hinter uns, und man darf sich fragen, ob wir überhaupt die Zeit haben, das Vergangene zu dokumentieren. Wir sind es aber denjenigen schuldig, die ständig auf uns warten, die mit der Hoffnung leben auch mal einen Menschen, eine Familie, lieben zu dürfen. Dieses versuchen wir zu erreichen durch Informationen, Transparenz und Uneigennützigkeit zum Wohle der Tiere. Nicht nur wir Mitarbeiter, auch viele Menschen außerhalb unserer Gemeinschaft, Helfer, Spender und Sponsoren, Aktivisten und Informationsträger bis in die Schulen und Kindergärten, tragen die Rollen der Tiere in unsere Gesellschaft. Hierbei lernen wir, dass Tiere keine Nationalität haben, und hier beantwortet sich auch die Frage, warum wir Hunde aus dem Ausland nach Deutschland adoptieren.


Kathi mit Leo

In deutschen Tierheimen leben zahlreiche arme Tiere, die sehnsüchtig auf ein Zuhause warten. Und wir freuen uns für jedes Tier, das die Chance auf ein besseres Leben bekommt. Jedoch können wir nicht die Augen vor dem Elend in anderen Ländern, sogar in unseren Urlaubsländern, verschließen, in denen es so gut wie keinen Tierschutz und sehr schlechte oder gar keine Tierheime gibt. Dort sind die Hunde und Katzen in „Tötungsstationen“ untergebracht oder leben auf der Straße, immer in der Gefahr, überfahren zu werden. Die Tiere werden dort oft unter grausamen Bedingungen gequält oder umgebracht. Manche erfrieren einfach im Winter. Viele Zwinger haben nicht einmal ein Dach. In vielen Tötungsstationen werden die Zwinger morgens mit kaltem Wasser ausgespritzt, die Tiere vorher nicht heraus geholt. Oft frieren die Tiere am Betonboden fest. Es gibt Orte, da werden die Tiere, gar nicht mehr gefüttert; da vegetieren sterbende und kranke Tiere zwischen halbverwesten Kadavern. Da werden gesunde Tiere ohne Futter und Wasser an Bäume angebunden oder daran aufgehängt, bis sie schließlich elendig verenden. Süße Welpen werden einfach in der Mülltonne entsorgt und nachts auf der Mülldeponie von größeren Streunern oder anderen Fleischfressern als Futter genommen. In diesen Ländern ist ein Tierleben nichts wert. Tiere kastrieren lässt hier keiner. Einige Tierschützer dort nehmen sich der Tiere an und versuchen mit Aufklärungsarbeit und Kastrationsaktionen dem Leid entgegen zu wirken. Den Tieren, die akut bedroht sind, hilft aber nur eine Ausreise nach Deutschland. Sie haben in Deutschland die Chance, einen Pflegeplatz oder ein Zuhause zu finden, oder werden in ihrem Ursprungsland sterben . Deshalb helfen wir Tieren aus dem Ausland.

Weit über 1000 Hunde haben wir in unserem Jubiläumszeitraum aus europäischen Tierheimen und Tötungsstationen zu deutschen Familien bringen können. Auch einige Kätzchen konnten wir mitbringen.

Das hört sich sprachlich einfach an, ist aber ein mühsamer Weg durch behördliche Instanzen, die deshalb geschaffen wurden, um den Tieren ein wahres Leben zu ermöglichen und den Menschen im gesetzlichen Rahmen agieren zu lassen, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Vor allem der monetäre Gedanke des Menschen lässt viele Tiere in gesundheitlicher Not in absoluter verabscheuungsvoller Weise.

Bevor Tierwald einen Hund aus dem Ausland an seine neue Familie übergibt, müssen viele Voraussetzungen erfüllt werden. Das geht los von der tierärztlichen Untersuchung vor der Ausreise mit Impfungen und Tierpass, dem Transport nach Deutschland im klimatisierten Kleintransporter, der alle gesetzlichen Anforderungen entsprechen muss, wie zum Beispiel die Größe jeder Transportbox für jeden einzelnen Hund, die Getränkevorrichtungen an jeder Box, den Temperaturrahmen im Fahrzeug und die Sicherstellung des Wohlbefindens der Tiere.
Der Transport muss mit mindestens 2 Fahrern durchgeführt werden. Hinzu kommen staatliche Prüfungen für uns, die einen reibungslosen Verlauf des Transportes sichern sollen. Und wenn der neue Besitzer den Hund abholt, hat er lange vorher schon ein Selbstauskunftsformular ausgefüllt, wurde von Tierwald zu Hause besucht, und es wurde eine so genannte Vorkontrolle durchgeführt, die sichern soll, dass der Hund seinen richtigen Menschenpartner erhält. Ist der Hund nun an seine „Endstelle“ übergeben, wird nach einigen Monaten durch einen Tierwaldmitarbeiter eine Nachkontrolle durchgeführt, aber damit ist der Vermittlungsvorgang noch nicht beendet. Es wird noch vertraglich festgehalten, dass das Tier innerhalb der nächsten beiden Jahren nicht ohne Zustimmung von Tierwald abgegeben werden darf. Damit verhindern wir, dass Tiere zur Geldanschaffung genutzt werden.
Des weiteren legen wir Wert darauf, dass unsere Tiere schon im Ursprungsland kastriert werden, bevor sie nach Deutschland kommen. Wenn wir im Ausnahmefall ein unkastriertes Tier mitnehmen, dann nur unter vertraglicher Zusicherung des neuen Besitzers, das Tier hier in Deutschland kastrieren zu lassen.

Damit ist das Hauptziel unserer Arbeit angedeutet, allerdings nicht zukunftsweisend. Die beste Zukunft wäre, wenn Tierwald nicht mehr notwendig wäre. Deshalb ist es uns auch wichtig, die Eigenverantwortung der Tierheime mit zu gestalten, in dem sie eigenständig wirken können unter Mithilfe der kommunalen Behörden. Dieses ist natürlich auch ein finanzielles Element, und wir müssen manchmal mithelfen, hier Erleichterungen zu schaffen, die das Interesse kommunaler Einrichtungen deckt. Dabei ist achtzugeben, dass wir als ausländische Gäste immer nur Gast sein dürfen. Je mehr ein ausländisches Tierheim Eigenverantwortung tragen kann und darf, je wohler geht es dann seinen Tieren.

Im weiteren Verlauf dieser Dokumentation geben wir einen Einblick in unsere Arbeit der letzten 5 Jahre, an der viele Menschen tagtäglich beteiligt waren, ohne das sie mit Namen genannt werden. Aber Namen nennen brauchen wir nicht, wir wissen wer beteiligt ist, das sollte reichen.