Das Tierheim Nagykanizsa Ungarn

Projektleiter: Tierwald e.V

Die Gruppierung Tierwald-Ungarn ist gegründet.
Unser Hauptanliegen ist es, den Tieren vor Ort zu einem lebenswerteren und artgerechterem Leben zu verhelfen. Für einige Hunde aus diesem Tierheim suchen wir aber auch neue Pflege- und Endplätze in Österreich und Deutschland. Unser Hauptprojekt in Ungarn ist derzeit das Tierheim in Nagykanizsa.

Nagykanizsa ist eine Kleinstadt im Südwesten Ungarns, im Dreiländereck Ungarn-Kroatien-Slowenien.Nicht weit entfernt ist auch das ungarische „Meer“ der Balaton, auch bekannt als Plattensee. 1995 beschlossen 30 ungarische Tierschützer ein privates Tierheim zu eröffnen, da immer mehr freilaufende Hunde, sogenannte Strassenhunde, getötet wurden, weil niemand sich ihrer annehmen wollte.
 
                                                       


Es wurde also ein geeignetes Grundstück mit vorhandenen Gebäuden gesucht und auch gefunden. Eine ehemalige Schweinemästerei / Schlachthof. Das Gelände war recht groß, die Gebäude jedoch überrwiegend baufällig.
Notdürftig wurden einige kleinere Gebäude instandgesetzt für die Futterküche und Vorratslager für Futter und anderes. Einige Räume konnte man zunächst als Unterkunft für die Hunde herrichten. Aber der Anfang war gemacht.Mit Spenden wurde ein kleines neues Bürogebäude gebaut. Darin befanden sich dann auch ein Quarantäneraum, ein Behandlungszimmer, Sanitärraum, und ein kleiner Aufenthaltsraum mit Schlafgelegenheit für die Pfleger. Es begann also mit 5 Hunden, schnell jedoch wurden es 20. Es sprach sich herum und der Zulauf wurde größer und größer.Zwinger mussten schnellstmöglich errichtet werden, um die vielen Hunde aufnehmen zu können.

                                                                  

Alles musste mit Spenden finanziert werden, da es keine Unterstützung vom Staat gab.Bereits in der ersten acht Jahren waren es über 1000 Hunde die dort vorläufig eine Unterkunft fanden. Viele konnten erfolgreich vermittelt werden, doch es gab auch viele, die niemand mehr haben wollte. Viele starben dort oder mussten den grausamen Weg in die Tötungsstation gehen. Die Flut der hereinkommenden Hunde konnte nicht mehr bewältigt werden, da es auch mehr und mehr an finanziellen Mitteln fehlte.

                                                                     

Für die Tiere tut Ungarn noch immer ziemlich wenig. Es gibt in Ungarn kein Tierschutzgesetz, wie wir es kennen. Es gibt erst wenige und völlig unzureichende Gesetze zum Tierschutz. Tierquälerei wird oft als bloße Ordnungswidrigkeit abgetan. Tiere haben in Ungarn einfach einen ganz anderen Stellenwert wie bei uns. Dort sind sie oft bloß "Sachen", die einen Zweck erfüllen müssen, keine Lebewesen. Sie werden vielmals unter miserablen Umständen gehalten und wenn Tiere krank werden oder sich verletzen oder auch einfach nur alt sind, werden sie oft ausgestoßen oder, noch schlimmer, aufgehängt, da der Tierarzt zu teuer wäre. Herrenlose oder ungewollte Hunde werden vom Tierfänger aufgelesen und landen in kommunalen Auffangstationen. Dort gibt es kaum Futter, keine tiermedizinische Versorgung, und die "Aufbewahrungsdauer" ist auf wenige Tage begrenzt. Danach werden sie getötet, grausam und qualvoll umgebracht, denn die Spritze für einen sanften Tod würde ja wieder Geld kosten.
Das Tierheim wird von den Tierschützerinnen Maros Sandorné und Várga Károlyné Anikó geleitet. Vier Tierpflegerinnen und Pfleger sind in Voll- und Teilzeit beschäftigt


Aniko, die Leiterin vor Ort


Im September 2003 wurde das Tierheim erstmals als offizielle gemeinnützige Einrichtung beim Bürgermeisteramt der Kommune Zala anerkannt und eingetragen.


Das schlimme ist, das vielen Ungarn eine Kastration zu teuer ist. So kommen immer mehr Tiere auf die Welt, die nur geboren werden um zu leiden und das vorherrschende Problem noch verschärfen.

2006 musste das Tierheim einem neuen Industriegebiet weichen und ein neues Gelände suchen. Dieses befindet sich jetzt am südlichen Stadtrand in der Nähe des Bahnhofes.  Abermals mussten viele neue Zwinger gebaut werden, gespendete Bau- und Wohncontainer wurden zu Quarantäneraum, Behandlungsraum, Büro und Aufenthaltsraum umfunktioniert. Die Verhältnisse sind ein wenig besser geworden, aber noch lange nicht so wie man es in deutschen Tierheimen findet. Zumindest haben die Zwinger jetzt betonierte Böden, statt wie zuvor blanke Erde.
Die Zwinger sind zu einem Drittel überdacht, wo es im alten Gelände noch keinerlei Überdachung gab.Doch die Arbeit nimmt kein Ende, vieles muss noch verbessert werden, neu gebaut werden.

Aber immer fehlt es an finaziellen Mitteln, Helfern, Spenden und und und..............

Zeitweise müssen die Hunde Hunger leiden da die Futtervorräte wieder mal zu Ende sind. Im Winter frieren die Tiere, da es nur unzulängliche kleine Hundehütten gibt, in denen es oft nur ein bisschen altes Stroh als Unterlage hat. Zeitweise sind bis zu 180 Tiere im Heim, und in Zwingern mit 2,50 x 4 m befinden sich bis zu 5 Hunde.



Danke, im Namen der Tiere aus Nagykanizsa!


Und ein großes Dankeschön von uns und Kathi Krebs.

Tierheimanschrift:

Élettér
Állatmenhely
Erdész u. 49/6

HU-8800 Nagykanizsa
Tel: 0036 30 4001368