Reiseberichte ab Dezember 2010


Hier werden Reiseberichte veröffentlicht mit Bild, Text und Ton, die im Zusammenhang mit unserem Projekt stehen.

Aufenthaltsbericht Nina und Lisa Praktikum Tierheim Prijatelji

Unsere Zeit in Prijatelji
24. April - 22. Juli 2011
Von Lisa Ramos

Im März 2011 haben wir, Nina und Lisa, unser Abitur gemacht und standen vor der Frage, was wir Sinnvolles tun könnten, um die Zeit bis zum Beginn des Studiums im Oktober zu überbrücken. Da wir beide große Tierliebhaber und Vegetarier sind, war schnell klar, dass wir gerne im Tierschutz aktiv werden wollten. So haben wir uns dann auf die Suche nach etwas Passendem gemacht und sind nach längerem Suchen auf Tierwald und das Tierheim Prijatelji gestoßen - beziehungsweise „wurden  darauf gestoßen“, als uns ein Tierwald-Mitglied von dem Tierheim erzählte. (Danke, Marie)  Dann ging alles sehr schnell und so machten wir uns am 24. April für drei Monate auf den Weg nach Kroatien.

Wohnen konnten wir dort bei Mirna und Danko, zwei Mitgliedern des örtlichen Tierschutzvereins, die uns unglaublich herzlich aufgenommen und die ganze Zeit über sehr geholfen haben.  Am nächsten Morgen holte Branko, der Tierheimleiter, uns um 9 Uhr bei Mirna ab… Zumindest sollte er um 9 Uhr kommen… Als er dann um etwa 9:30 Uhr aus seinem Auto, stieg trauten wir unseren Augen kaum: Mit riesiger weißer Sonnenbrille, großem Schnurrbart und österreichischem Akzent - so hatten wir uns Branko nicht vorgestellt…

Nina und Lisa mit Mirna und Medo

Aber dann ging’s schon los Richtung Tierheim und wir waren viel zu aufgeregt, um uns noch weiter Sorgen zu machen. Dank Brankos rücksichtsvollem Fahrstil verursachten wir fast eine Massenkarambolage und kamen schließlich mit etwas zittrigen Knien im Tierheim an, wo uns auch gleich der Rest des Tierheimteams begrüßte. Lily, Brankos Frau; Ivana, eine 18-jährige Volontärin, die seit Jahren praktisch im Tierheim lebt; Emilija, Brankos Tochter; Robi, ein Arbeiter, der für Schweiß-Arbeiten und ähnliches zuständig ist und Stef, ein Riesenkerl, der ohne Pause sieben Stunden lang Kies schaufeln kann und immer nur dann mit den Hunden spielt, wenn er glaubt, dass niemand ihn beobachtet… 

Als Ivana uns das Tierheim zeigte, war unser erster Eindruck nur: „Wow, ist das riesig.“ Wir waren beide komplett reizüberflutet und da anscheinend niemand so richtig wusste, was wir tun sollten, bekamen wir die Aufgabe, die jeder neue Freiwillige im Tierheim bekommt (was wir natürlich erst später herausfanden): Bozz spazieren führen… Nach einigen aufregenden, wenn auch für uns relativ unproduktiven Stunden und sechs Besuchen bei „Nino“ ging unser erster Tag auch schon zu Ende.

Es war unglaublich - wir dachten, es sei unmöglich, sich die ganzen Hundenamen in drei Monaten zu merken und dass wir niemals die ganzen Aufgaben selbstständig erledigen könntenAber (zu unserem eigenen Erstaunen) haben wir schnell gelernt und nach etwa zwei Wochen, in denen wir uns an Emilija und Ivana hängten, hatte sich unsere Routine entwickelt und wir begannen, endlich richtig zu arbeiten.

Wir werden jetzt versuchen, einen „normalen Tag im Tierheim Prijatelji“ zu beschreiben, was natürlich unmöglich ist. Es gibt keine normalen Tage im Tierheim… J  Es gibt typische Tage, aber ob man sie als normal bezeichnen kann, ist fraglich… Jeden Tag passiert so viel und gleichzeitig auch nichts - alles wiederholt sich und doch passieren immer wieder überraschend neue Dinge, gute und schlechte gleichermaßen. Also geben wir einfach unser Bestes und versuchen, so viele lustige, traurige, schöne, schreckliche und verrückte Dinge in einen Tag und in einen Text zu stopfen. 


Unsere Arbeitstage im Tierheim begannen um 9 Uhr und oft fingen wir mit der schwersten Aufgabe überhaupt an: Hunde umsiedeln…Entweder es werden mehrere Kleingruppen zusammengeführt oder Hunde aus den Boxen (kleinere, überdachte Zwinger) dürfen in einen Hof (größere, offene Zwinger) umziehen,  meistens müssen jedoch neue Hunde in ein Tierheimrudel integriert werden - und alles ist  mit vielen Schwierigkeiten verbunden …Die Hunde, die bereits im Hof sind, werden angeleint, damit sie sich nicht auf den Neuankömmling stürzen und nur absolut verträgliche, ruhige Hunde und Junghunde dürfen frei bleiben. Der neue Hund wird ebenfalls an der Leine in den Hof gebracht und nacheinander darf er die anderen Hunde beschnuppern. Dabei werden jegliche Anzeichen von Dominanz (Knurren, Kopfauflegen usw.) unterbunden und wenn es den Anschein hat, dass die Hunde sich verstehen, wird ein Hund nach dem anderen von der Leine befreit und man wartet außerhalb des Hofes noch einige Zeit lang ab, ob Schwierigkeiten auftreten.

Bei diesem Prozess gibt es natürlich viele Probleme  - von der Tatsache, dass die Hunde angeleint sind, bis hin zum Unterdrücken des Dominanzverhaltens (welches die Hunde ohnehin wieder zeigen, sobald die Menschen außer Reichweite sind) - doch es gibt kaum Alternativen. Die Tierheimhunde sind oft sehr territorial und manche reagieren ausgesprochen aggressiv auf fremde Hunde. Das größte Problem ist jedoch der Stress, den das Ganze mit sich bringt, da die Hunde nicht entspannt an die Zusammenführung herangehen können, sondern vom allgemeinen Lärm und der Aufregung um sie herum angesteckt werden - Denn jede Umsiedlung erregt die Aufmerksamkeit des gesamten Tierheims. Die Hunde spielen verrückt und manchmal kommt es sogar zu Beißereien, da die Hunde kein anderes Ventil für ihren Stress haben. Doch das ist nicht die Regel und mit genügend Helfern (3-4) geht meistens alles gut.

Manche Zusammenführungen scheitern jedoch einfach an den „Teilnehmern“, den Hunden… Eine besonders verrückte und (zumindest im Nachhinein) witzige Episode haben wir mit  „Merlin“, einem großen, jungen, unkastrierten Rüden erlebt (dessen Name nicht wirklich Merlin ist, aber wir wollen den Rüden nicht schlecht reden).

Merlin war als Welpe in einem größeren Rudel, das jedoch geteilt wurde und nun, ein Jahr später, wieder zusammengeführt werden sollte. In Merlins Gruppe befanden sich noch eine Hündin und ein älterer Rüde, die zweite Gruppe bestand aus einem ebenfalls unkastrierten Rüden in Merlins Alter, zwei Hündinnen und einem kleineren Rüden, Tami. Zuerst sah es so aus, als würden die Hunde sich tatsächlich vertragen, doch plötzlich nutzte Tami eine günstige Gelegenheit und zeigte Merlin gegenüber Dominanzverhalten… Wir, Ivana, Lisa und Nina, konnten in letzter Sekunde eine Beißerei verhindern und brachten Merlin in seinen alten Hof zurück, der direkt neben dem neuen lag. Wir hatten geplant, ihm ein paar Tage später einige Hündinnen als Gesellschaft zu bringen, sodass er nur kurz alleine gewesen wäre. Aber Merlin hatte andere Pläne… Am nächsten Morgen befand er sich wieder im Nachbarhof… Merlin hatte über Nacht den 2 m hohen Metallzaun aus der Verankerung gerissen, ein Loch in den Maschendrahtzaun gebissen und zwei große Hütten zur Seite geschoben, um zu den anderen Hunden zu gelangen. Unsere Freude war groß - „Man muss die Hunde einfach in Ruhe lassen, dann klappt das schon“, dachten wir. Doch kaum ging es ans Füttern, brach erneut ein Streit zwischen Merlin und Tami aus und es gelang uns beiden nur mit Mühe und Not, Merlin wieder in seinen Hof zu bringen. Und dort mussten wir feststellen, dass sechs Hunde intelligenter sind als wir - die gesamte Gruppe folgte uns durch Merlins Loch und wieder brach das Chaos aus. Wir schütteten Wasser über die zwei „Kämpfer“, schrien uns die Seele aus dem Leib und schlugen die Hunde sogar (Ninas beherzter Einsatz einer Bratpfanne hat keinen der beiden besonders beeindruckt^^), aber nichts half. Als die beiden Streithähne dann gemeinsam in eine kleine Hütte liefen (Merlin hatte Tamis Lefze zwischen den Zähnen, während Tami Merlins Vorderbein gepackt hielt), gelang es Lisa endlich, die beiden zu trennen. Beide Rüden hatten minimale Verletzungen und Merlin wurde gemeinsam mit einer Hündin in eine Box umquartiert, in der er wesentlich zufriedener und ruhiger geworden ist. Wir möchten noch betonen, dass Tami eine exklusive Abneigung gegen Merlin zu haben schien, ansonsten war er mit absolut allen Hunden problemlos verträglich (auch bei späteren Zusammenführungen gab es keinerlei Probleme!). Im Rückblick zeigt uns diese Geschichte, dass wir unsere Pläne nicht ohne die Hunde machen sollten und dass wir niemals das Durchsetzungsvermögen eines wahren Dickkopfes unterschätzen sollten.

Als nächstes steht normalerweise die Reinigung der beiden Quarantänen an: Das Holzhaus, in dem sich frisch kastrierte, verletzte oder schlichtweg neue Hunde befinden und die „Mutter-Quarantäne“, in der Platz für bis zu drei Mutterhündinnen und ihre Welpen ist. Die Reinigung des Holzhauses kostet einiges an Zeit und Ausdauer, da viele der Hunde ihre Boxen über Nacht regelrecht ausbetonieren… Hier haben wir einen großen Künstler und Baumeister gefunden - „Roki“, ein Schäferhund-Mischling, der sehr große Ambitionen hatte und jede Nacht hart arbeitete, damit wir am Morgen sein nächstes Meisterwerk bewundern konnten. Er hat nicht nur einen neuen Bodenbelag geschaffen, sondern auch die Wände gestrichen, die Gardinen abgehängt und dekorative Stoffstückchen in seiner Box verteilt - wir waren alle sehr froh, als Roki nach draußen umziehen konnte… 

Die meisten Hunde im Holzhaus sind Neuzugänge, die vom „hygienischen Dienst“ (Hundefängern, die die Hunde zehn Tage lang auf Anzeichen von Tollwut überwachen und sie anschließend im Tierheim abgeben) gebracht wurden und noch nicht in eine bestehende Hundegruppe integriert werden konnten. Manche von ihnen wurden ausgesetzt, andere sind weggelaufen und einige von ihnen sind schon lange alleine umhergestreunt - es ist immer schwierig, diese Neulinge einzuschätzen, ein paar von ihnen haben solche Angst, dass sie nicht aus den Boxen herauskommen und knurren, wenn man sich ihnen nur nähert. Amaro und Buda sind sehr gute Beispiele dafür und beide haben sich mit Geduld und etwas Zeit unheimlich schnell entwickelt und sind richtige Schmusebacken geworden! 

Manchmal kommt nur ein neuer Hund pro Woche und manchmal kommen gleich vier auf einmal. An einem Tag brachte der hygienische Dienst nur eine kleine Hündin, Iva, die hochtragend war - zu spät für eine Kastration… Wir bereiteten uns darauf vor, sie am nächsten Tag in die Mutter-Quarantäne zu bringen, damit sie ihre Welpen dort bekommen konnte…Doch wir hatten die Rechnung ohne Iva gemacht, die nun, da sie sich endlich sicher und geborgen fühlte, keine Zeit mehr verschwendete…

Als wir knapp zwei Stunden nach ihrer Ankunft im Tierheim nach ihr sahen, hatte sie ihren ersten Sohn bereits geboren…Ihm folgten fünf weitere kleine Rüden - alle mit unterschiedlichen Rutenlängen.  Wie lange es dauert, die Mutter-Quarantäne zu säubern, hängt komplett vom Alter und der Anzahl der jeweiligen Welpen ab: Je älter die Welpen, desto größer das Chaos... Zum einen sind die Boxen natürlich wesentlich stärker verschmutzt, wenn die Welpen aktiver sind und zum anderen sind sie schwerer zu hüten, als ein Sack Flöhe… Jeder von euch darf gerne einmal versuchen, gleichzeitig acht Welpen im Auge zu behalten, während die Mutter die ganze Zeit versucht, sie durch die Gegend zu tragen und dabei noch so schnell wie möglich den Dreck dieser acht Welpen aufzuputzen… Gott sei Dank waren wir zu zweit… 

Die nächste Aufgabe - das Vorbereiten des Futters -  lässt Vegetarierherzen höher schlagen… Zuerst einmal muss der Kesselinhalt, der aus Würstchen, Wasser und meist Knochen und etwas Fleisch besteht, in Eimer gefüllt werden. Die Würstchen erhält das Tierheim von „Pipo“, einer großen Fleischfabrik, bei der die Tierheimmitarbeiter mehrmals die Woche umsonst abgelaufene Ware abholen können. Den Prozess des Päckchen-Aufschneidens und Würstchen-Umfüllens wollen wir nicht allzu genau beschreiben, das Ergebnis ist jedoch ein gefüllter Kessel für die nächste Fütterung, der für einige Stunden angeschaltet wird, sodass das Futter bis zum folgenden Tag abgekocht ist.… 

Der Geruch ist sehr penetrant - aber nachdem wir einige Tage lang statt Würstchen Gulasch kochen mussten, das bei einer Abiturfeier übriggeblieben war, kam uns der Würstchengeruch geradezu angenehm vor - aber die Hunde lieben es und da sie oft, bevor sie ins Tierheim kamen, auch nur mit Essensresten gefüttert wurden, vertragen die meisten es auch erstaunlich gut. Natürlich haben einige Hunde Durchfall, aber sie werden ausnahmslos jeden Tag satt und haben auch immer genug Wasser zur Verfügung, um den Durst, der durch das salzige Futter entsteht, zu löschen.

Zu einem typischen Tag im Tierheim gehören weiterhin in der Regel zwei Tierarztbesuche, da es unmöglich ist, sechs oder mehr Hunde gleichzeitig zu transportieren und jeden Tag passiert irgendetwas. Sehr häufig sind Verletzungen an den Pfoten, da die Hunde sich, wenn sie vor Aufregung am Zaun hochspringen, Krallen ausreißen oder die Ballen aufschneiden. Außerdem fallen immer Kleinigkeiten an, wie Husten, Ohrenentzündungen, Milben und Ähnliches. Oft müssen die Hunde und Katzen einfach zur jährlichen Tollwutimpfung oder Welpen müssen gegen Parvovirose behandelt werden.

Vor unserem ersten Alleingang zum Tierarzt machte Branko uns mit den Worten Mut: „ Ach, die sprechen bestimmt Deutsch…, glaube ich.“  Unsere fünf an Parvovirose erkrankten Welpen erhielten auch alle ihr Serum und die kleine Arija bekam eine Infusion - die im Prinzip alle fünf gebraucht hätten, aber die Tierärzte sträuben sich, so viele Maßnahmen für Tierheimhunde zu ergreifen und die Tierheimmitarbeiter sind hilflos - die anderen Tierärzte sind privat und das Tierheim kann sie sich nicht leisten.

Zwischendurch wurde auch mal Mittagspause gemacht, in der Ivana sich immer alle Mühe gab, uns ein paar sehr wichtige kroatische Vokabeln beizubringen, von denen wir jetzt an dieser Stelle keine wiederholen möchten… Außer vielleicht „MIR!“, was „Ruhe!“ bedeutet und der Standardruf im Tierheim ist.

Wir haben jedoch auch einige hochinteressante Begriffe kennen gelernt, die nur in Brankos persönlichem Vokabular vorkommen oder ihm anscheinend einfach gefallen, wie zum Beispiel „Spritzkante“ (Gießkanne), „Mehlspeis“ (alles, was Mehl als Bestandteil hat…)“, „zerreißen“ (wenn Hunde sich schlimm beißen) und  - unser Favorit - „Läufzeit“ (über die Bedeutung sind wir uns noch nicht ganz im Klaren, wir vermuten jedoch, dass es etwas mit läufigen Hündinnen zu tun haben könnte

Pausen kommen im Tierheimalltag insgesamt nie zu kurz - jeder Tag beginnt praktisch mit dem Satz „Gehen wir einen Kaffe trinken!“ von Branko… J Was nicht unbedingt bedeutet, dass man Kaffe trinkt, aber es ist auch einfach schön mehrmals am Tag mit der ganzen „Truppe“ zusammenzusitzen.Meist verläuft die Pause aber nicht ohne Unterbrechung. Hin und wieder bricht Streit im Tierheim aus oder im besten Fall kommen Interessenten für einen Hund vorbei, worüber sich natürlich alle riesig freuen und Ivana versucht sofort zu jedem Hund noch Leine, Halsband und Näpfe mitzuverkaufen.

Die Art und Weise, wie die Kroaten sich Hunde aussuchen ist für uns jedoch sehr schwer zu verstehen, da fast ausschließlich das Äußere des Hundes zählt. Die meisten Kroaten möchten einen männlichen Welpen, der helles oder langes Fell haben sollte. Schwarze, kurzhaarige Hunde haben eher schlechte Chancen und weibliche Welpen müssen wirklich sehr süß sein, damit die Kroaten ihr Geschlecht übersehen können.Bei dieser Art der Hundeauswahl, bei der der Hund höchstens durch den Zaun angefasst wird, passiert es natürlich oft, dass Menschen sich einen Hund aussuchen, der charakterlich nicht zu ihnen passt und „Auslastung“ und „Beschäftigung“ des Hundes sind Fremdwörter für die meisten Kroaten. Ein großer Teil - wir schätzen etwa 30% bis 40% -  der in Kroatien vermittelten Hunde wird über kurz oder lang von ihren Besitzern wieder im Tierheim abgegeben. Die Begründungen sind vielfältig, doch am häufigsten sind:  

 1) Der Hund tötet die Hühner.                                                                   
2) Der Hund springt/klettert immer wieder über den Zaun.
             
3) Der Hund gräbt im Garten/Gemüsebeet Löcher.

Wir haben allerdings auch sehr kreative Dinge gehört, wie „Medo verliert zu viele Haare, die zwischen den Pflastersteinen klemmen und meine Frau stören“ oder „ Sanda hat die Rinde aller meiner Bäume abgefressen!“ (Dieser Mann wollte übrigens eine sehr hohe finanzielle Entschädigung vom Tierheim für seine Bäume. Sanda war trächtig, als er sie zurückgebracht hat…Ob er dem Tierheim dafür wohl eine Entschädigung zahlen will?)

Jeder, der etwas Hundeerfahrung hat, kann sehen, dass für alle Punkte dasselbe Problem verantwortlich ist: Die Hunde sind sich selbst überlassen (die wenigsten Hunde in Kroatien werden im Haus gehalten), werden nicht erzogen und sind komplett unterfordert.

Das stellt ein großes Problem für die Hunde und Tierheimmitarbeiter dar, denn ein Hund, der über Zäune springt bzw. klettert, ist in Kroatien praktisch unvermittelbar und muss auch im Tierheim in bestimmten, nach oben geschlossenen Boxen leben, damit er nicht weglaufen kann. Aber zum Glück gibt es immer wieder Ausnahmen und es ist umso schöner zu sehen, wie auch hin und wieder einmal ein unscheinbarer Hund in Kroatien ein tolles Zuhause findet.

Wann immer die Tierheimmitarbeiter etwas Zeit haben, führen sie Nachkontrollen durch, um zu sehen, ob es den Hunden gut geht. Wird ein Hund in einem kleinen Zwinger oder an der Kette gehalten, hat der Besitzer die Gelegenheit, die Situation zu verbessern - Sollte dies nicht im Laufe der nächsten Tage geschehen, wird der Hund ins Tierheim zurückgeholt.

Gegen 14 Uhr ist es Zeit zu Füttern…. Wenn sie konnte, hat Ivana uns geholfen, doch meistens hatte sie selbst zu viel zu tun…Zuerst werden die Eimer auf den Futterwagen aufladen und auf die Flure verteilt, wobei Schnelligkeit sehr wichtig ist, da die Hunde nervös werden… Die eine fing am vorderen Ende des Tierheims an, die andere am hinteren und wir füllten Näpfe im Akkord. Doch trotz aller Eile darf keine große Hektik aufkommen, eine der Grundregeln im Tierheim lautet „Renne nur im äußersten Notfall“ und das zu Recht, da sich die eigene Aufregung sehr schnell auf die Hunde überträgt.

Außerdem blieb immer Zeit, um die besonders Liebesbedürftigen zu kraulen und Kontakt zu den Ängstlichen zu suchen. Es ist ein wunderschönes Gefühl, wenn ein scheuer Hund sich zum ersten Mal ruhig streicheln lässt. Tarzi, Lina, Teddy, Piki, Korina, Dorina, Caki, Tona…nur einige der Hunde, denen menschliche Liebe und Zuneigung wichtiger ist, als Futter...

Die beeindruckendeste Entwicklung hat wohl Prugica gemacht. Prugica, die man nicht anfassen konnte, die sich in ihrer Panik auch wehrte und schnappte….Prugica lief auf einmal zwischen Ninas Beinen durch und wollte gekrault werden….

Dank Ivanas Hilfe und Anleitung, vieler Würstchen und einem gemeinsamen Spaziergang hat auch Zucko Dogi am Ende der drei Monate beschlossen, dass wir seine Freunde sind. Es war unglaublich, als wir zum ersten Mal zu diesem Riesenbaby in die Box gingen und gar nichts passierte… Zucko und Prugica sind zwei Hunde, die uns gezeigt haben, dass man nicht aufgeben darf. Mit Geduld und Liebe kann fast jeder Hund noch einmal Vertrauen zu Menschen fassen - sogar Prugica, die man normalerweise nicht einmal durch den Zaun streicheln konnte und Zucko, der außer sich gerät, wenn sich jemand außer Ivana seiner Box nähert. Es war auch beim Füttern, als Nina auf einmal ein seltsames Fiepsen in einem Hof auffiel und wir dort vier Welpen fanden…Sanda, eine junge Hündin, war tragend im Tierheim abgegeben worden, ohne, dass der Besitzer die Tierheimmitarbeiter darüber informiert hatte… Ihr Welpen waren anscheinend Frühgeburten und zuerst hatten wir große Angst, dass sie nicht überleben würden. Doch trotz ihres jungen Alters und ihrer Unerfahrenheit ist Sanda eine tolle, fürsorgliche Mutter.

Genau eine Woche später fanden wir, ebenfalls beim Füttern, acht Beweise dafür, dass Toma offensichtlich doch nicht kastriert ist... Die Kleinen sind unheimlich agile, lustige Zwerge, die ständig von ihrer Mutter Toma umquartiert wurden und schon mit knapp drei Wochen anfingen durch ihre Box zu düsen…oder es zumindest versuchten... ;-)

Nach dem Füttern fallen jeden Tag andere Dinge an, wie Hunde baden, Zäune streichen oder Hunde spazieren führen - es gibt immer etwas zu tun. Manchmal werden vormittags noch Knochen an die Hunde verteilt, was mit viel Stress und Arbeit verbunden ist. Hier ist es wichtig, alle Hunde zu kennen  - Wer ist futterneidisch? Welche Hunde müssen getrennt werden? Welche dürfen gar keine Knochen gekommen? Welche Hunde kommen meistens zu kurz? All diese Fragen muss man beantworten können und dann heißt es Hunde anleinen, damit auch wirklich jeder, bei dem es möglich ist, einen Knochen bekommt.

Manche Tage verlaufen sehr unkompliziert - es gibt keine Beißereien, keine neuen Hunde sind abgegeben worden und vielleicht wurde sogar ein Hund vermittelt. Aber es gibt auch Tage, an denen alles schief läuft -  zum Beispiel, wenn das Wetter schlecht ist, da die Hunde bei heftigem Wind, Regen und Gewitter extrem angespannt und nervös werden.

An einem Abend, als es gewitterte, waren nur wir beide und Lily im Tierheim, als auf einmal Chaos ausbrach. Der dicke Medo war in seiner Panik über den fast 2 m hohen Zaun gesprungen und lief im Tierheimflur herum. Kurz darauf sind Lina und Teddy aus ihrer Box geklettert, Tinko hat ein Loch in seinen Zaun gebissen und Paris hat seine Box geöffnet - ein Massenausbruch, wie er im Buche steht! Zum Glück konnten wir alle Hunde einfangen, obwohl Tinko sein Talent fürs Ausbrechen entdeckt hat. Im Verlauf der nächsten Wochen ist er immer wieder unterm Zaun durch, hat Löcher hineingebissen und ist letztendlich darüber geklettert - alles jedoch immer nur bei Gewitter. Auch Medo musste in eine überdachte Box umziehen, da er immer wieder bei den ersten Anzeichen von schlechtem Wetter aus seinem Hof sprang.

Zwischen 20 Uhr und 22 Uhr wird das Tierheim abgeschlossen und wir gingen - wohin sonst - zu Nino… Nach ein oder zwei Tassen Capuccino oder heißer Schokolade machten wir uns auf den Heimweg und fielen in unsere Betten - bis am nächsten Morgen wieder der Wecker klingelte…


Im Rückblick auf unsere Zeit im Tierheim war das Schlimmste für uns das Gefühl der Hilflosigkeit, als die Hunde, vor allem die Welpen, litten und starben.Manche Welpen sterben sehr früh, was daran liegen kann, dass ihre Mütter während der Trächtigkeit nicht ausreichend ernährt und betreut wurden, doch der Großteil der Welpen stirbt an Parvovirose. Jeder Welpe im Tierheim ist, bis er den vierten Lebensmonat erreicht hat, in akuter Lebensgefahr - im Durchschnitt stirbt die Hälfte oder mehr eines jeden Wurfes.

In der Zeit vom 24. April bis zum 22. Juli starben in Tierheim 28 Hunde, 16 davon nachweislich an Parvovirose (14 Welpen, 2 Junghunde), 5 Welpen aus unbekannten Gründen (erste bis zweite Lebenswoche), zwei Hunde wurden wegen schwerer Verletzungen, mit denen sie ins Tierheim kamen eingeschläfert, zwei Junghunde wurden tot gebissen, eine Hündin fanden wir tot in ihrer Hütte (wahrscheinlich geplatzte Tumore) und eine Hündin fraß eine vergiftete Ratte.

Wir möchten an dieser Stelle an alle Hunde erinnern, die es nicht geschafft haben, an die Welpen, die gestorben sind, bevor sie richtig zu leben anfangen konnten und an die erwachsenen Hunde, die niemals erleben durften, wie es ist, eine eigene Familie zu haben  - es tut uns unendlich leid, dass wir euch nicht helfen konnten. Doch wir sehen auch die kleinen Kämpfer, diejenigen, die es geschafft haben. Allen voran Arija, jetzt Else, die so viel Schreckliches erleben musste und nun endlich ein wunderschönes Zuhause gefunden hat. Doch viele andere Welpen hatten nicht so viel Glück, deshalb bitten wir jeden, der diesen Bericht liest: Helft den Welpen, denn sie sind hilflos. Helft ihnen, denn wenn wir es nicht tun, tut es niemand.

Wir möchten hier jedoch auch schöne und lustige Momente aufzählen, um zu zeigen, dass der Tierheimalltag zwar viele Schattenseiten hat, aber dass es auch immer irgendwo Licht gibt und wir so einiges zu lachen hatten…

 … als die 35 cm große Tila den 60 cm-Rüden Attila in die Knie zwang…

… als Teddy nach 30 Sekunden mit Tinka und Tonka beschloss, dass er keine Bretone mag und einfach über den Zaun hüpfte, 
     sodass Alex einen Riesensatz machen musste, um ihn zu fangen…

… als Corona zum dicken Medo kam und seine Lebensgeister wieder weckte…

… als Ivana und Lily mit Thea beim Tierarzt waren und wir dachten, sie sei weggelaufen… (was nur im Nachhinein witzig war)…

… als Mirna immer und immer wieder aus ihrem Zwinger ausbrach und uns Menschen suchte

… als Ivana und wir beide uns verkleideten, weshalb die Hunde uns nicht mehr erkannten und Kibla und fast aufgefressen hat…

… als Roka uns zum ersten Mal nicht mehr angebellt hat und wir ihre Welpen streicheln konnten…

… als Tinko wieder und wieder ausbrach und Ivana und Lisa fast kollabiert sind, als sie ihm nachliefen (übrigens wurde er von
     Passanten gefangen…^^)

… als wir dachten Coflek, hätte Sita getötet, obwohl sie nur geschlafen hat

… als Bololoy dreimal am selben Tag ausgebrochen ist, weil er spazieren gehen wollte…

… als Flora aus ihrer Box im Holzhaus ausbrach und trotz offener Tür im Flur wartete, bis wir kamen…

… als alle dachten, Amaro würde es lieben, auf seiner Hütte zu sitzen, obwohl er sich einfach zwei Tage lang nicht getraut hat,
     herunterzuspringen...

… als Dunjas Welpen Stingy (Barry) für ihre Mutter hielten…

… als Arijas Kopf so stark geschwollen war, nachdem sie gebissen wurde, dass die Leute beim Tierarzt fragten, was das für
     eine neue Rasse sei…

… als der kleine Medo zwei Mädchen beim Spazierengehen weglief und sofort alleine ins Tierheim zurückkam…

… als wir uns aus Versehen etwas von dem Gulasch übergeschüttet haben und drei Tage lang nach Erbrochenem rochen (Zitat
     Mirna: „Euh…you smell like dog food…just worse…“)
J

… als Capi mit seinen drei verbliebenen Zahnstummeln in Lisas Fuß biss und genau das Loch im Schuh traf…

… als wir dachten jemand hätte Piko gestohlen, obwohl Branko nur mit ihm zu Nino gegangen war…

… als Ivana und Branko aus Versehen Putenbrühe getrunken haben, weil wir diese in eine leere Sprite-Flasche gefüllt hatten
     ohne den anderen Bescheid zu sagen…

Auf die Frage „Und, war es schön in Kroatien?“ können wir nur antworten, dass wir keinen Urlaub gemacht haben. Vieles, was wir gesehen haben, war nicht schön, aber es war unheimlich schön, helfen zu können und nun können wir sagen: „Wir haben geholfen, wir haben vielleicht für einige dieser Hunde einen Unterschied gemacht.“ Nina hat Alpina ein Zuhause gegeben und Lisa hat eine vier Wochen alte Katze von der Straße aufgenommen, die sonst verhungert wäre. Wir würden es wieder tun, alleine deswegen - Alpina und Speedy zeigen uns jeden Tag, wie dankbar diese Tiere sind und wie sehr sie sich unsere Liebe wünschen.


Reisebericht von der Juli Tour von Maria Quester

Freitag, 15.07.2011
Nachdem auch ich den Weg zu unserer neuen Halle in Trier gefunden hatte, machten Oliver und ich uns um kurz nach 7.00 Uhr auf den langen Weg nach Kroatien. Nicht nur für mich war es die erste Fahrt, nein, auch unser neuer Transporter, ein ehemaliger Krankenwagen, trat seine Jungfernfahrt an. Meine anfänglichen Bedenken, diesen steuern zu müssen, waren schnell zerstreut – es ist leichter als gedacht! Lediglich an die großen Außenspiegel und das Halbautomatikgetriebe musste ich mich gewöhnen, hatte den Bogen dank Olivers Anleitung aber schnell raus! Besonders beeindruckt hat mich ein kleiner Monitor rechts neben dem Steuer, über den man den Verkehr ähnlich wie im Rückspiegel beobachten kann. Mir machte es so viel Spaß, den Transporter zu fahren, dass ich Oliver das Steuer erst in Süddeutschland überließ.



Die Fahrt verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. Da kaum Verkehr herrschte, kamen wir zügig voran – wir durchquerten das malerische Österreich und trafen uns in Graz mit Frau Sprenger, um Medikamente in Empfang zu nehmen. Auch die Fahrt durch Slowenien verlief anfangs problemlos, wohlgemerkt anfangs… Vielleicht hätten wir gleich stutzig werden sollen, als uns das Navi von der Haupt- auf eine Nebenstraße lotste. Da wir jedoch nur noch wenige Kilometer von Ormoz entfernt waren, beschlossen wir, diesem Glauben zu schenken. Ein fataler Fehler! Aus wenigen Minuten, die uns von unserem Zielort trennten, wurde eine 45-minütige Odyssee durch die slowenische Berglandschaft, die mit Sicherheit ihren Reiz hat, jedoch unglaublich an Faszination verliert, wenn man schon fast 12 Stunden unterwegs ist und das Navi im Minutentakt mal 12, mal 9, mal 8 und mal 6 Kilometer bis zum Zielort anzeigt. Dass irgendetwas gehörig schief läuft, merkten wir, als wir uns plötzlich in einem Abhang wiederfanden. Die nichtgeteerte Straße führte in einen Wald und eine Wendemöglichkeit war nicht in Sicht. Nachdem uns freundliche, englischsprachige Slowenen den Weg zur Hauptstraße erklärt hatten, überließ ich, da ich mich außer Stande sah, den Transporter aus seiner misslichen Lage zu befreien, Oliver das Steuer. Dieser hatte zwischenzeitlich herausgefunden, dass er aus Versehen den falschen Zielort, ein kleines slowenisches Bergdorf, ins Navi eingegeben hatte…
Gegen 19.30 Uhr kamen wir endlich am verabredeten Treffpunkt an, an dem wir bereits sehnsüchtig von Ivana und den beiden Brankos erwartet wurden. Wir fuhren weiter zu einem Schotterparkplatz und luden die Spenden aus dem Krankenwagen in den Transporter um. Anschließend trafen Oliver und ich uns vor der kroatischen Grenze mit unserer deutschen Praktikantin Lisa, die uns eigentlich über die Grenze bringen sollte. Da diese jedoch keine Rücksitze im Auto hatte, beschlossen wir kurzerhand, selbst mit dem Transporter über die Grenze zu fahren. Glücklicherweise gelang es uns, den Grenzbeamten davon zu überzeugen, uns passieren zu lassen. Da wir uns vorher nicht abgesprochen hatten, wussten wir nicht, ob es besser ist, zu sagen, dass wir die Transportboxen spenden oder dass wir sie wieder mit nach Hause nehmen. Besonders glaubwürdig haben wir wohl nicht gewirkt… Nachdem wir endlich im Tierheim angekommen waren, machten wir einen kleinen Rundgang und begrüßten Lily und einige Hunde, insbesondere natürlich Patenhund Medo Mali. Branko und Ivana, die die Grenze an einer anderen Stelle überquert hatten, trafen etwas später ein. Gemeinsam fuhren wir zu Nino‘s, um uns dort mit einer Pizza und kalten Getränken zu stärken. Anschließend nahmen Lisa und Nina mich mit nach Hause. Oliver wurde zu Aleksandra gebracht.




Samstag, 16.07.2011
Nachdem wir ausgeschlafen hatten, trafen Oliver und ich im Laufe des Vormittags im Tierheim ein. Seit meinem letzten Besuch im Tierheim vor fast einem Jahr hat sich unglaublich viel getan. Besonders habe ich mich über die Erweiterung einiger Boxen gefreut, wodurch den Hunden, die sich nicht in Höfen befinden, mehr Auslauf und Licht zu Verfügung steht. Auch der Neubau hat große Fortschritte gemacht. Letzten Sommer gab es weder einen kompletten Dachstuhl noch ein Dach. Sofort ins Auge stachen zudem die neugepflanzten Bäume und der fast fertige Auslauf.
Bei sommerlichen Temperaturen machten wir zunächst einen Rundgang durch das Tierheim und begrüßten alte Bekannte sowie die zahlreichen Neuzugänge. Ich hatte mir fest vorgenommen, dieses Mal mein Herz nicht an einen Hund zu verlieren, aber nachdem ich beobachtet hatte, wie zahlreiche Welpen auf die kleine Aria losgegangen sind, war es mit diesem Vorsatz vorbei! Ein Spaziergang mit der Kleinen im Grünen tat sein Übriges…



Im Anschluss an unseren Rundgang durch das Tierheim halfen Oliver und ich Lisa und Nina, die zwischenzeitlich mit Ivana die Hunde aus der Quarantänestation in verschiedenen Boxen und Höfen verteilt hatten, die von uns mitgebrachten Spenden, die bereits mit Hilfe von Oliver ausgeladen worden waren, zu sortieren. Dabei erfuhren wir, dass dringend Hunde-Trockenfutter benötigt wird. Zudem klärten Lisa und Nina uns darüber auf, dass Gummispielzeug der Renner am Stand, an dem Ivana alles Mögliche zu Gunsten des Tierheims verkauft, ist.
Anschließend nutzte ich die Zeit, um Fotos von zahlreichen Tierheiminsassen zu machen. Dabei fiel mir auf, wie viele Hunde ich in Bezug auf die Größe völlig falsch eingeschätzt hatte… Oliver und Branko versuchten zwischenzeitlich vergeblich, den Kessel zu reparieren.
Gegen Mittag kam Alex vorbei, die gerade am Stand 250,00 Euro für das Tierheim erwirtschaftet hatte. Ich habe mich sehr darüber gefreut, sie wiederzusehen und mich mit ihr zu unterhalten. Sie plant, mit einigen Leuten im August oder September nach Deutschland zu kommen, u.a. um ehemalige Schützlinge und deren Besitzer zu treffen, da viele Kroaten immer noch anzweifeln, dass die Hunde es bei uns in Deutschland gut haben und befürchten, dass sie für Tierversuche o.Ä. missbraucht werden.


Lisa und Nina

Nach einem Mittagessen mit Pommes und Burgern half ich Lisa und Nina beim Füttern der Hunde. Beeindruckt hat mich dabei, dass viele Hunde mehr an mir und meinen Streicheleinheiten interessiert waren als an ihrer Futterration…
Da es mittlerweile schon recht spät war, brachten Lisa und Nina nach einer kurzen Pause Labradorhündin Sita in ihre Transportbox. Nach einer kurzen Erfrischung bei Nino‘machten Oliver und ich uns gegen 17.00 Uhr bei knapp 33 Grad auf den Weg nach Maribor, wo wir uns mit Nicolina zur Übergabe der Tötungshunde treffen wollten. Zuvor galt es jedoch erneut, die kroatische Grenze zu überqueren. Ganz wohl war uns nicht dabei, als wir den Transporter öffnen und den Grenz- und Polizeibeamten Sita zeigen mussten. Diese griffen auch sofort zum Telefon, redeten durcheinander und gestikulierten wild. Ich wiederholte mehrfach, dass Sita mein Hund sei und nachdem sie meinen Pass mit den Angaben in Sitas Pass verglichen hatten, gaben sie schließlich ihr OK. Zum Glück interessierten sie die fünf leeren Boxen dieses Mal nicht weiter…
Mit etwas Verspätung trafen wir schließlich auf dem Parkplatz im slowenischen Maribor ein. Nicolina und zwei ihrer Helfer erwarteten uns bereits. Es ist ein tolles Gefühl gewesen, die Tip-Tip-Hunde in natura ohne Kette zu sehen und zu wissen, dass sie nun in Sicherheit sind! Alle fünf (Lotte, Jane, Watson, Quentin und Nala) waren sehr lieb und ließen sich ohne Probleme verladen. Nach einem kurzen Gespräch mit den kroatischen Tierschützern setzten wir unsere Fahrt fort. Da wir beide recht ausgeschlafen waren – dem neuen Transporter sei Dank - war schnell klar, dass wir auf eine Pause verzichten und durchfahren würden. Wir wechselten und jedoch etwas häufiger ab als auf der Hinfahrt, weil wir aufgrund des Arbeitstages im Tierheim nicht mehr ganz so konzentriert waren, wie am Vortag. Natürlich nutzten wir die kurzen Stopps entlang der österreichischen Autobahn, um nach den Hunden zu sehen und ihnen frisches Wasser zu geben.

Sonntag, 17.07.2011
Die Rückfahrt verlief, auch dank der Hunde, die keinen Mucks von sich gaben, bis hinter die deutsche Grenze problemlos. Plötzlich bemerkte Oliver einen seltsamen Geruch, den er schnell auf eine qualmende Batterie unter dem Beifahrersitz zurückgeführt hatte. Auf dem Parkplatz Kammerstein hielten wir an und Oliver hatte das Problem schnell gelöst, indem er die Batterie kurzerhand abklemmte. Wir warteten noch eine Weile, bis diese sich abgekühlt hatte. Ein bisschen mulmig war mir zwar schon, als ich mich wieder auf den Beifahrersitz setzte, vor allen Dingen, weil Oliver von Schwefelsäure gesprochen hatte, aber der Wunsch, Walldorf endlich zu erreichen, überwog.
Gegen 2.00 Uhr erreichten wir schließlich Walldorf, unser erstes Ziel. Dort übergaben wir den Draufgänger Quentin, den kleinen Watson und die ängstliche Lotte an ihre neuen Besitzer, die bereits auf uns warteten. Watsons Frauchen versorgte uns mit Kaffee und Schokolade. Da es regnete, war unser Aufenthalt nur von kurzer Dauer. Frisch gestärkt setzten wir unsere Reise fort. Da wir unseren Pflegehund Amy, dessen Frauchen sich weigerte, sich in Kaiserlautern mit uns zu treffen, in Alzey abholen mussten, bestellten wir Sitas neue Besitzer ebenfalls dorthin. Gegen 4.00 Uhr konnten diese ihren Familienzuwachs endlich in Empfang nehmen. Nachdem wir die Spenden, die diese mitgebracht hatten, verladen hatten, holten wir Amy bei ihrem Pflegefrauchen ab.


Sita

Im Anschluss daran setzten wir unsere Fahrt nach Trier fort. Dank der um diese Zeit freien Straßen erreichten wir Trier planmäßig um halb sieben. Da uns leider kein Empfangskomitee erwartete, konnten wir nur die kleine Jane an ihre Pflegfamilie übergeben. Während wir auf Kathi und Co. warteten, führten wir Nala und Amy in strömendem Regen auf dem Parkplatz spazieren. Kurz nachdem Kathi eingetroffen war, kam es noch zu einem kurzen Zwischenfall – Amy schlüpfte aus ihrem viel zu großen Halsband, konnte jedoch von Oliver schnell wieder eingefangen werden. Kurze Zeit später übergaben wir Amy an ihr neues Pflegefrauchen Conny. Da wir mittlerweile bis auf die Haut durchnässt waren, warteten die übrigen inzwischen eingetroffenen Tierwaldmitglieder auf Nalas Besitzer, so dass Oliver und ich den Transporter, der seine Feuertaufe mit Bravour bestanden hat, zurück zur Garage bringen und damit den Juli-Transport zu Ende bringen konnten.

Fazit:
Auch wenn die Fahrt lang und anstrengend gewesen ist - das Gefühl, sechs Tieren den Weg in ein neues, besseres Leben geebnet zu haben, entschädigt für alle Strapazen!
Marie Quester




Reisebericht von der März Tour von Renate Scheer

Nach einer Stärkung bei MC Donalds und einer Probefahrt über den Parkplatz, sind wir so gegen 21 Uhr gestartet. Der große Transporter ließ sich super fahren, so daß ich die „Probefahrt“ bis kurz vor Nürnberg ausgedehnt habe. Um ca. 1:00 Uhr war Fahrerwechsel, Oliver ist dann bis kurz hinter die österreichische Grenze gefahren, wo wir ca. 2 Stunden Schlafpause eingelegt haben. Nach der Pause wurde es bereits hell und wir konnten die Alpen bewundern, wenn wir nicht gerade durch einen der unzähligen Tunnel gefahren sind.
Die weitere Fahrt verlief problemlos. Wir waren ca. 9:30 Uhr am Treffpunkt, Branko nicht, er hatte Probleme mit der Polizei, und wir kamen um 11 Uhr im Tierheim an.
Es war schon ein Erlebnis alles in „natura“ zu sehen, die vielen, vielen Hunde, die ein neues Zuhause suchen. Einer schöner und lieber als der andere. Es macht einen schon traurig, das die Menschen nicht verantwortungsvoller mit ihren Tieren umgehen. Aber es ist auch toll zu sehen, wieviel Arbeit und Liebe Banko und Lilly sowie die anderen Helfer bereit sind zu geben.
Besonders beeindruckt sind wir auch von Ivana, die fast ihre ganze Freizeit opfert und sich so toll um die Tiere kümmert. Sie kennt jeden einzelnen ihrer ca. 260 Schützlinge mit Namen und weiß über jeden etwas zu berichten.

Auch diesmal war die Zeit wieder viel zu kurz und wir haben, nachdem wir Essen waren, die Hunde eingeladen und die zurückgebliebenen noch einmal ausgiebig mit Leckerli verwöhnt.
Da wir uns diesmal bereits um 18:00 Uhr mit Nicolina in Maribor treffen mussten, hat uns Ivana bereits um 16:00 Uhr zum Treffpunkt nach Slowenien gebracht, wo uns Branko dann den Transporter übergeben hat.
Um 18 Uhr, diesmal pünktlich, haben wir die Tip-Tip Hunde von der Nicolina-Truppe übernommen und konnten unsere Fahrt zum ersten Treffpunkt Gralla in Österreich fortsetzten. Dort haben wir Lucy an ihre neue Besitzerin übergeben. Zum nächsten Stopp in Kammerstein waren es dann ca. 500 km. Wir kamen pünklich um 1:30 Uhr an und wurden bereits sehnsüchtig erwartet. Für Rocky und Aria war hier die Reise zu Ende.
Anschliessend mussten wir ein kleines „Schläfchen“ einlegen, die Müdigkeit hat uns übermannt. Nach 2 Stunden gings weiter nach Walldorf wo Knöpfchen und Aldi ausstiegen.

Mittlerweile war die Sonne aufgegangen und wir fuhren bei strahlendem Sonnenschein nach Kaiserslautern zum nächsten Treffpunkt. Hier war der Andrang schon grösser und auch Janny war da, um Goldi zu übernehmen. Da die Stopps immer kürzer und wir immer müder wurden, waren wir froh endlich in Trier angekommen zu sein, wo dann die letzten Glücklichen unseren Transporter verlassen durften.
Wir freuen uns schon sehr auf den nächsten Transport im April. Dann werden wir sehnsüchtig auf die Ankunft warten. Unser Fox wird mit dabei sein und sich ganz bestimmt auf seinen neuen Hundekumpel Koko freuen.


Reisebericht des Arbeitseinsatzes im Tierheim Prijatelji in der Zeit vom 06. bis 11.03.2011
von Janny Müller

Am 06.03.2011 flogen Oliver, Kathi und Janny morgens um halb neun nach Kroatien,um im Tierheim zu helfen. Domemic, der Freund von Brankos Tochter Emilija, holte uns in Zagreb vom Flughafen ab und fuhr uns ins Hotel, wo wir eincheckten und uns umzogen. Wir trafen uns kurze Zeit später bei Nino auf einen Kaffee,um dann ins Tierheim zu gehen.
Sehr erstaunt hat Kathi und Janny, wie viel seit August letztes Jahr schon wieder geschehen ist, wieviel gebaut worden ist! Der Wahnsinn, was dort geleistet wird. Bei einem ersten Rundgang lernten wir die neuen Hunde kennen und trafen viele bekannte
Fellnasen wieder! Derzeit sind ne Menge Welpen dort – einfach ausgesetzt oder von ins Tierheim kommenden tragenden Hündinnen.
   
      

Das Büro im Neubau ist fertig! Und es ist sehr schön geworden. Wir haben nach unserem ersten Rundgang besprochen, was wir alles tun können und haben am dem Nachmittag und am Montag das Grundstück hinter der Terrasse „entmüllt“. Erst einmal Berge von Ästen und Zweigen auf das große Freigelände gebracht, wo es verbrannt werden wird. Da Grundstück, auf dem sich die Terrasse befindet, liegt zu nah an den Gleisen, so dass dort nicht verbrannt werden kann. Nach den Zweigen kam der dort noch liegenden Schutt dran, der zum Teil (Holz und Eisen) auch auf dieses Freilaufgelände kam und andere Teile in Abfalltonnen.
Kathi fuhr am Montag nachmittag zu Aleksandra, um wichtige Dinge zu besprechen und den Film über das Tierheim mit deutschen Untertiteln zu versehen!
Dienstag. Mittwoch und Donnerstag morgen ist Janny mit Lily ins 100 km entfernte Zagreb gefahren, Dienstag mit zwei und Mittwoch mit drei Hunden an Bord, weil das Tierheim aus einem „Topf“ eines Vereins insgesamt 14 Kastrationen geschenkt bekommen hat, die aber nur an der medizinischen Fakultät in Zagreb durchgeführt werden können. Es waren erst fünf Jungs dran und die Mädchels folgen später. Das Gute war, dass wir mit den dortigen Ärzten vereinbaren konnten, dass die Hunde bis zum nächsten Tag dort bleiben konnten, damit wir nicht 2 x am Tag nach Zagreb fahren mussten.
Dieses Zugeständnis machten die Kollegen, die die Mädels kastrieren, leider nicht, so dass am 21.03. vier und am 22.03.2011 drei Hündinnen jeweils morgens hingefahren und nachmittags abgeholt werden müssen. Den Sprit, die Zeit und die Autobahngebühren summiert, stellt sich das Kastrationsgeschenk für das Tierheim schon wieder ganz anders dar!! Für die Jungs sind schon 500 km verfahren und über 30.00 Euro Autobahngebühr ausgegeben worden!!!
Nach der Entmüllung des Grundstücks ging es ans Dachdecken. Nach dem die erste Hälfte gedeckt war, stellten wir fest, dass noch 400 Dachziegel fehlten. Außerdem war die Flex von Branko kaputtgegangen. So haben wir drei „zusammen geschmissen“ und Kathi und Branko waren einkaufen. Die Dachziegel wurden auch zeitig angeliefert, so dass am Dienstag abend das Dach fertig war!! Und: Es sieht super gut aus!
Mittwoch morgen haben Oliver und Kathi angefangen, die Terrasse zu verlegen.was sich als keine einfache Sache darstellte und sehr anstrengend war. Die ganzen Steine mussten mit eimer Spitzhacke gelöst und rausgenommen werden. Oliver hat ein paar Meter weiter die Vorhereitungen für die neue Terrasse getroffen; er hat auch das super toll gemacht. Die neue Terrasse war am Donnerstag Mittag dann fertig!!
Mittwoch gegen 17:00 h kam Edith Illmaier mit ihrem Freund und wir fuhren zur Besprechung zu Aleksandra. Edith plant, ein neues Tierheim zu bauen und hat dafür von Aleksandra die Infos erhalten, die sie braucht, um von vornherein alle gesetzlich vorgeschriebenen Dinge richtig zu machen, damit es auch – wie Prijateljin – ein anerkanntes Tierheim wird! Wird keine einfache Sache für Edith und Michael!!
Wir haben eine Menge geschafft und auch viele Dinge besprochen. Es gibt noch viel zu tun und es fehlt noch an Vielem!! Bitte helft alle mit, dass es dort unten weitergeht!! Wir werden auch im Sommer wieder eine Woche runterfliegen und sind froh, Mitstreiter zu finden!!
Donnerstag abend war das Fest im Cristal Palast von Cakovev anlässlich des 10jährigen Bestehens des Tierheims! Auch Kathi hat eine Rede gehalten (nur leider – wie befürchtet – ein wenig underdressed). Die Veranstaltung als solche war aber schön und harmonisch. Der Film,der dort gezeigt wurde, ist schon bei youtube, unser dazu aufgenommenes Video folgt noch.
Nach dem Fest waren wir noch bei Nino einen Absacker nehmen und danach ins Bett, weil um 6:00 Uhr Domenic vor dem Hotel wartete,um uns zum Flughafen zu fahren.
Es war – wie auch die Touren – anstrengend, hat sich aber mal wieder voll gelohnt – für unsere Freunde im Tierheim und für uns!!
Ach ja, es wurden natürlich noch gefilmt und fotografiert, mit Hunden geschmust und spazieren gegangen, Kaffee getrunken und auch gut gegessen abends!!


Reisebericht vom 10. bis 13. Februar  (Daniela und Oliver)

Am 11.Februar ging die Fahrt so gegen 20:45 Uhr los, nachdem wir „Neulinge“ eine Unterweisung von Kathi erhielten. Am Anfang ging soweit auch alles glatt, gut, es regnete und regnete….(das blieb auch so die ganzen 1050km mal etwas weniger und dann mal Bindfäden)
Wir kamen gut vorwärts und waren noch optimistisch, das alles ohne Probleme klappen würde. Kurz hinter der Grenze Deutschland- Österreich haben wir eine Kaffeepause gemacht. Als wir dort wieder losfuhren, standen wir plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln. Das re. Licht war ausgefallen. Wir telefonierten mit Janny und dem ADAC, und kamen irgendwann zu dem Entschluss, doch weiterzufahren und uns selbst zu helfen, denn die Zeit lief. Nächste Tanke ran und schwupps uns ging ein Licht auf.



Nach mehreren kleinen Stopps kamen wir endlich unserem Ziel näher. Wir fuhren von der Autobahn ab, in Richtung Maribor. Ab da sollten noch mal 60 km Landstrasse kommen. Kaum waren wir von der Autobahn runter, fiel unser Navi aus. Wohin jetzt??????? Nach nervenraubenden gefühlten 5 Stunden (es waren ungefähr 1,5 Std) haben wir uns auf den rechten Weg zurückgetastet. Und siehe da, auch unser Navi wurde wieder lebendig und sprach wieder mit uns. Wir kamen gut voran und haben mit Branko ausgemacht, wir treffen uns an der letzten Tankstelle vor der Grenze. Leider war es aber die Falsche. Das haben wir aber geklärt bekommen, und Branko hat uns schnell gefunden.
Dann hieß es ab ins Tierheim. Dort wurden wir von Ivana erstmal rund geführt. Es war ein ziemlich beklemmendes Gefühl, das live und in Farbe zu sehen. Soviele Tiere, die eine Freude und Dankbarkeit ausstrahlen, und gleichzeitig erschreckend, wie improvisiert und einfach die Verhältnisse dort sind. Man kann Branko und seinem Team gar nicht genug danken, was sie dort leisten. Soviel Arbeit und Herzblut.
Nachdem wir uns die Hunde und Katzen angeguckt haben, wurde der Bus entladen. Dann ging es erst mal zum Kaffee trinken und Essen.

Als wir wieder kamen, wurden die Hunde, die wir mitgebracht haben in ihre Boxen verteilt, und die, die nicht mit konnten, bekamen ihr Futter.
So gegen 16:30 Uhr machten wir uns auf den Weg. Wir sollten uns mit Nikolina treffen, um noch unsere weiteren Weggefährten abzuholen. Auch hier gab es ein paar Missverständnisse, und ein urlaubsreifes Navi, welches an der selben Stelle, wie auf der Hinfahrt den Dienst einstellte, so das wir letztendlich gegen 20:30 Uhr endlich unsere restlichen Hunde übernehmen konnten und in Richtung Heimat starten konnten. Bis dahin hatten wir beide nur ½ Std. geschlafen.

Alle Hunde waren überraschend ruhig. Nur unser guter Joschi (jetzt Blacky) hatte etwas Probleme mit dem Autofahren. Er musste ein paar Mal brechen. Irgendwann hörten wir den ein oder anderen hintendrin, das war aber nur ihr schnarchen.
Ein paar Mal haben wir unterwegs angehalten, um nach dem rechten zu schauen und uns mit Kaffee und Red Bull zu versorgen. Trotzdem haben wir es nicht durchgehalten und haben dann doch mal für eine ¾ Std geschlafen.
Die erste Übergabestelle war Kammerstein Nord gegen 4:45 Uhr. Dort wurde Coloumbo seiner neuen Familie übergeben. Er wurde liebevoll in Empfang genommen.
Von da ging es dann nach gut 30 Min auch schon weiter Richtung Walldorf. Wir haben „allen“ neuen ES und PS Bescheid gegeben, wann wir eintreffen. Als wir dort ankamen, stand Marlies schon bereit um ihren Pan abzuholen. Sie und ihre Freundin haben uns mit Kaffee und Kuchen versorgt. Dafür auch noch mal Danke. Nach und nach haben wir die Hunde, die dort abgeholt wurden, aus ihren Boxen befreit. Bis wir zu Toffis Box kamen. Als ich die neuen Besitzer anrief um zu fragen, wo sie sind, wurde mir heiß und kalt. Die haben wir nicht angerufen. Sie haben sich aber sofort ins Auto gesetzt und waren circa 1 Stunde später da.



Nun ging es weiter nach Kaiserslautern, wo wir gegen 11.00 Uhr eintrafen. Die Besitzer trudelten nach und nach ein, um ihre Vierbeiner abzuholen. Marley, unsere Spring ins Feld, hat sich gar nicht mehr einbekommen und hat einem Känguru Konkurrenz gemacht. ;-) Nachdem wir auch die zahlreichen Spenden gut in den leeren Boxen verstaut hatten, und uns von den Fellnasen verabschiedet haben, ging es auf zur letzten Etappe.
Dort trafen wir dann ohne weitere Zwischenfälle gegen 13:15 Uhr ein. Dort wurden wir von den Wartenden schon sehnlichst erwartet. Als wir alle Hunde aus ihren Boxen befreien konnten, und alle hatten es geschafft, viel die Anspannung von einem ab. Und die Müdigkeit fing an sich breit zu machen. Wir konnten den Schlüssel vom Bus an Kathi und Bea übergeben, die sich um das Reinigen und Entladen gekümmert haben.

Es war ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde. Mit dem ein oder anderen Tränchen musste ich im Tierheim kämpfen, die Eindrücke, die dort auf einen einströmen, waren dann doch ziemlich überwältigend. Es macht mir aber große Hoffnung, nachdem ich Branko, Lilli und Ivana kennen lernen durfte, dass die Tiere es trotz der gegebenen Umstände immer gut haben werden!!!

Alles in allem lief wohl alles mit kleineren Pannen ganz gut, aber beim nächsten mal wird schon alles etwas einfacher. Und wir werden nicht mehr an der falschen Tankstelle warten!

Daniela Deffland


Reisebericht vom 14. bis 16. Januar

Hans Peter Geyer und Kathi Krebs waren die beiden Fahrer des Hilfsgütertransportes in das Tierheim Prijatelji, die bei der Rückfahrt 16 Hunde mitbrachten zu ihren End- und Pflegestellen. Statt Text gibt es dieses Mal eine kleine Fotoreihe mit den Bediensteten des Tierheims und Menschen bei der Abholung der Tiere.

  
  
  
  
  
  
  

Reisebericht vom 10 bis 12.Dezember 2010


Am Freitag Abend um circa 21:15 Uhr ging es für Michaela und mich in Trier los.  Wir kamen die ersten 350 km gut durch, es fiel kein Schnee. Dann fuhren wir für eine kurze Pause raus und als wir zurück zum Auto kamen, schneite es ohne Ende Michaela fuhr ab dort weiter, und wir hat die nächsten circa 400 km schwer mit dem Schnee zu kämpfen! Je näher wir jedoch Richtung Slowenien kamen, umso geringer wurde der Schneefall.
Trotz Schnee und dadurch bedingter langsamer Fahrt kamen wir dann gegen 11:40 Uhr in Ormóz an, mussten dort jedoch leider noch circa zwei Stunden auf Branko warten, da er seinen Führerschein vergessen hatte und Lily ihn ihm erst zur Grenze bringen musste! Um 13:45 Uhr sahen wir dann endlich Brankos Auto. Er und Ivana blieben zurück, um das Auto auszuräumen! Michaela und ich fuhren dann mit einem Tierheimmitarbeiter nach Kroatien ins Tierheim! Oje wie war es schön, all diese lieben und freundlichen Hunde endlich wiederzusehen! Und auch die Bauarbeiten sind, seitdem ich das letzte mal im Tierheim war, sehr voran gegangen ich war echt begeistert! An dem Tag, an dem wir dort ankamen, war gerade die Quarantäne-Station soweit fertig geworden!
Neue schöne Kisten mit Wärmelampen darüber wo kleine Welpen oder alten Hunde ein warmes Plätzchen finden können, einfach nur überwältigend! Dann gingen wir eine Runde durchs Tierheim und kuschelten die Hunde und verteilten Leckerlis. Ich war natürlich auch sehr daran interessiert meine Patenhund Happy wieder zusehen! Auch von ihm wurde ich sehr positiv überrascht, nix mehr von dem ängstlichen Happy zu sehen, nein er kam an den Zaun und lies sich von mir streicheln! Mir sind vor lauter Freude die Tränen gekommen! Auf Bitten von Liane und Gordana habe ich auch deren beiden Patenhunde Piki und Bozz besucht. Lianes Patenhund Piki ist ein netter freundlicher und sehr aufgeweckter kleiner Kerl und wollte sofort schmussen und knutschen. Gordanas Patenhund Bozz ist mein absoluter Traumhund. Er ist sehr lieb, verschmust, verspielt und seine Leckerlis nimmt er ganz vorsichtig und gibt einem liebevoll Küsschen. Er hat von mir einen Spitznamen bekommen, ich nenne ihn liebvoll meine Kampfmucke

Na ja dann waren wir bei Lilly im Büro, dort leben zurzeit zwei Welpen ohne Mama und in der Küche leben auch noch mal 7 Welpen ohne Mutter.
Dann kamen auch endlich Branko und Ivana wieder und wir sind allesamt zum Essen gegangen. Nachdem wir gut gesättigt waren, luden wir die Hunde und die Katze in unser Auto und machten uns auf den langen Heimweg! Einzig Fortuna wollte nicht so recht freiwillig einsteigen und es bedeutete einige Überredungskünste mit Leckerlis. Dann dachte sie wohl plötzlich: die wollen mich in ein schönes neues Zuhause bringen, also mache ich doch besser mal mit!

Dann verabschiedeten wir uns noch von unserem lieben Branko, von Lilly, Ivana, Alexandra und Branko2! Um ca 19:30 Uhr traten wir dann die Rückfahrt an! Wir fuhren bis zur Raststätte Graz Gralla wo wir noch unser Hündin Hexi an Bord nahmen! Die nette Leute die sie uns gebracht haben, hatten sogar selbstgebackene Kekse für Michael und mich dabei! Na ja dann dachten wir das wir auch hier gerade schlafen könnten!
Also haben wir dann von 21:30-2:30 Uhr geschlafen. Dann wollten wir weiter fahren, aber Zuco bekam Angst in seiner Box so sehr, dass ich Angst hatte, er könnte sich verletzen! Also traf ich die Entscheidung, die Katze nach hinten zu packen und Zuco zu uns nach vorne zu holen! Diese Entscheidung war auch goldrichtig; nachdem er ein Pippi gemacht hatte, schlief er erschöpft neben uns ein!
Die restliche Fahrt verlief recht ruhig und wir kamen um cica 12:15 Uhr in Walldorf an wo unser Kater Neptun und unser Hündin Naja abgeholt wurden! Neptun wurde schnell eingepackt und die Leute nahmen ihn schnell mit heim Naja und ihre neuen Besitzer gingen noch ne Runde über den Parkplatz! Dann sollte Naja in das Auto steigen und die neuen Besitzer hatten eine Rampe für sie gekauft sie schaute ganz ungläubig so nach dem Motto, was soll ich denn da mit, machte eine Satz und hüpfte so ins Auto. Dann verabschiedeten wir uns und fuhren weiter Richtung Kaiserslautern.
Wir kamen dann um circa 13:30 in Kaiserslautern an, wo wir Paco an seine neue Pflegefamilie übergaben! Wir fuhren jetzt weiter Richtung Trier, zu unserem vorerst letzten Ziel! Um circa 15:30 Uhr kamen wir dann in Trier an!
Es war sehr schön zu sehen, wie viele glückliche Menschen auf ihre Fellnasen warteten. Wir luden die Hunde aus und übergaben sie den neuen Besitzern. Sehr schön, dass die beiden Labbi-Mädels Dona Retri und Tija zusammen bleiben dürfen, waren sie doch schon im Tierheim dicke Freundinnen und haben auf der ganzen Fahrt miteinander geschmust und gekuschelt!
Auch von Fortuna habe ich mich, nachdem ich sie ins Auto gehoben habe, noch mal knuddelnd verabschiedet.

Dann wurde es auch für Michaela und mich Zeit, weiter zu fahren. Wir fuhren allerdings nicht alleine. Mit an Bord waren Leda, Zuco, Fee und Lori. Wir kamen dann um circa 19:30 Uhr in Dierdorf an auch und auch hier warteten schon alle auf uns! Leda und die kleine Lori begegneten ihren neuen Eltern, Fee ihrer neuen Pflegemama! Und Zuco wurde von Ledas neuen Eltern mit Richtung neues Zuhause genommen! Dann fuhr Michaela auch nach Hause! Und ich verabschiedet mich noch von Zuco. Lori und Leda!
Zuco wollte schon mit mir gehen und ich musste ihn erst davon überzeugen, dass er jetzt mit den neuen Besitzern von Leda mitfahren soll! So das war es von meiner Seite, ich hoffe ihr habt alle Spaß beim lesen dieses Reiseberichts.

Ich bin wieder überwältigt worden von meinen Gefühlen und bin super glücklich und zufrieden, wieder so vielen Fellnasen und einer Samtpfote in ein neues, besseres Leben begleitet zu haben und freue mich jetzt schon auf meine nächste Fahrt.